Margret Eicher

Dieser Bildträger, der gemeinhin mit höfischer Repräsentation und mythologischer Legitimation der Herrschergeschlechter assoziiert wird, scheint hier fehl am Platze und durch sein tradiertes gewicht zu schwer und zu statisch für die schnelllebige Information, die er transportiert. Zugleich wird aber spürbar, dass dieser kalkulierte Bruch auf eben diese Information zurückwirkt und sie verdichtet und erhöht: ihre Alltäglichkeit und Banalität erstarrt im Moment einer langanhaltenden Fixierung. Damit gelingt Margret Eicher eine Symbiose aus Stilmitteln und Methoden der Bilderzeugung, wie sie nur so am abgeklärten Ende der Postmoderne möglich ist, obschon die Herkunftslinien etwa zur klassischen Collage, zu Elementen des combine painting oder zum found frottage des Experimentalfilms sichtbar bleiben.

Harald Kunde: Evidenz und Hintersinn. Anmerkungen zu den Medien-Montagen von Margret Eicher, in: Ludwig Forum für Internationale Kunst (Hg.): Margret Eicher. Daydream & Nightmare, Aachen 2005

Bild: Große Seeschlacht (Pearl Harbor), 2003, Digitale Montage/ Jaquard-Gewebe, 300 x 396 cm